Musik im Glück

Michael Haefliger, Festivalmacher

Musik im Glück – Standbild

Trailer erstellt von Anna-Barbara Rothen, Lucerne Festival

„Wie haben Sie das gemacht, Herr Haefliger?“

Wir blicken hinter die Kulissen von Michael Haefligers letztem Sommer beim Lucerne Festival. Selbst Violinist, prägte er das Festival 26 Jahre lang als Intendant und gab ihm, gemeinsam mit Claudio Abbado und Pierre Boulez, eine neue künstlerische Identität – gegründet auf große symphonische Musik, zeitgenössisches Schaffen und engen künstlerischen Dialog. Der Film zeigt die Nähe zwischen Haefliger, seinem Team und den Künstlerinnen und Künstlern – eine besondere Form der Kommunikation, die selbst eine Kunst ist: den Raum und die Bedingungen zu schaffen, damit Künstler ihr Bestes geben können.

Die Freude, die Michael Haefliger daran hat, anderen Freude zu bereiten, ist im Film jeden Augenblick spürbar. Vier Wochen lang, sagt Sebastian Nordmann, der neue Intendant des Festivals, lebt Luzern, leben die Besucher „wie im Rausch“.

Michael Haefliger wuchs in einer Künstlerfamilie auf. Sein Vater war der große Bach-Tenor Ernst Haefliger. Er studierte an der Juilliard in New York, gemeinsam mit seinem Bruder, dem Pianisten Andreas Haefliger. Die beiden Brüder debütierten beim Lucerne Festival, bevor Michael 1986 in Davos sein „Young Artists in Concert“ Festival gründete: „Kein Champagner, keine Stars.“ Für die damalige Zeit war das ein kühnes, ein ungewöhnliches Konzept.

Der Dialog zwischen klassischer und zeitgenössischer Musik prägte bereits Davos. Künstler aus aller Welt, Amerikaner und Russen musizierten gemeinsam, es gab Tourneen nach Japan. Freundschaften entstanden wie die mit der jungen Cellistin Sol Gabetta, die später auch in Luzern auftreten sollte. Davon erzählt sie im Film.

1999 wurde Michael Haefligers Traum, das Lucerne Festival zu leiten, Wirklichkeit. Er hatte das Glück, es zusammen mit den Jahrhundertkünstlern Claudio Abbado und Pierre Boulez neu zu gestalten. Abbado wünschte sich ein Festivalorchester mit Musikern, die er persönlich auswählte. Boulez formte die Lucerne Festival Academy für zeitgenössische Musik, mit Seminaren für junge Musiker, Dirigenten und Komponisten – und der Gründung eines zweiten Orchesters, des Lucerne Festival Contemporary Orchestra. In den späteren Jahren entwickelten Riccardo Chailly und Wolfgang Rihm, später Dieter Ammann und Unsuk Chin, diese Ideen mit Haefliger weiter.

Die Violinistin Patricia Kopatchinskaja, die in Haefligers „Les Adieux“-Konzert gemeinsam mit Sol Gabetta auftrat, beschreibt Luzern als Festival der großen Symphonik in einem der weltbesten Säle, in dem zugleich „wilde Programme“ möglich sind. Eines davon kuratierte sie selbst – im Jahr, als das Festivalmotto „Verrückt“ lautete.

Zum Ende seines letzten Sommers erfüllte sich Michael Haefliger einen Traum: Er holte Ark Nova an den Vierwaldstättersee, den aufblasbaren Konzertsaal, den er als „Zeichen der Hoffnung“ nach der Katastrophe von Fukushima zusammen mit dem Künster Sir Anish Kapoor, dem Architekten Arata Isozaki und dem Konzertimpresario Masahide Kajimoto in Japan entwickelt hatte. Ein Abschluss – zugleich ein neuer Anfang. Michael Haefliger wird fortan als künstlerischer Berater in Asien wirken, in Shanghai und beim japanischen Kusatsu Festival.

Feature auf SRF2 Kultur/Radio. Ab Minute 52 wird der Film vorgestellt.

Mitwirkende

Riccardo Chailly

Yannick Nézet-Séguin

Lucerne Festival Orchestra

Jonathan Nott

David Robertson

Lucerne Festival Contemporary Orchestra

Daniel Barenboim

West Eastern Divan Orchestra

Esa-Pekka Salonen

Orchestre de Paris

José Antonio Méndez Padrón

The Havana Lyceum Orchestra

Raymond Curfs

Reinhold Friedrich und Eriko Takezawa

Wolfram und Tanja Christ

Sarah Christ

Claudia und Raphael Christ

Andreas Haefliger

Raymond Curfs

Marina Piccinini

Marco Amherd

Hella Meier

Patricia Kopatchinskaja

Sol Gabetta

Ursula Jones-Strebi

Baldur Brönnimann

Mark Sattler

Felix Heri

Jaebong Rho

Dieter Ammann

Unsuk Chin

Jagdish Mistry und Mitglieder der Ensemble Modern Academy

Julia Cruz Carceller

Olga Neuwirth

Elena Schwarz

Stefan Dohr

Tabea Zimmermann

Sarah Willis

Sebastian Nordmann

Armin Hartmann

Markus Hongler

Masahide Kajimoto

Andrea Loetscher

Lang Lang

Winnie Huang

Musik

Pierre Boulez

Gustav Mahler

J.S. Bach

Charles Ives

Edison Denisov

César Franck

György Ligeti

Fritz Kreisler

Zoltán Kodáy

Wie-Chieh Lin

Jaebong Rho

Olga Neuwirth

Richard Wagner

Esa-Pekka Salonen

Dieter Ammann

Jenny Peña

Tribubu Band

Albert F. Doppler

Anton Bruckner

Gioachino Rossini

Team

Kamera

Oskar Król

Simon Weber

Luzius Wespe

Lenny Ammann

Linus Bolliger

Drohne

Patrick Hürlimann

Direktton

Salomé Wüllner

Saalton

Ueli Würth

Mario Bruderhofer, SRF Kultur

Benedikt Röösli

Schnitt

Anja Bombelli

Anette Fleming

Schnittassistenz

Mirella Nüesch

Tonmischung

Detlef Schitto

Sebastian Riederer v. Paar

Farbkorrektur und Mastering

Stefan Gohlke

Buch

Bettina Ehrhardt

Graziella Contratto

Regie

Bettina Ehrhardt

TV-Ausstrahlung

«Sternstunde Musik» · SRF 1

Sonntag, 25. Januar 2026, 12.00 Uhr